Zum 150. Geburtstag von Albert Schweitzer

Am Dienstag, den 14. Januar 2025 jährt sich der 150. Geburtstag von Albert

Schweitzer, der am 14. Januar 1875 geboren war.

 

 Zu diesem Anlass gibt es folgenden Vortrag zu Prof. Dr. Albert Schweitzers Kampf

gegen die Atomkraft und wie er zum "Appell an die Menschheit" über Radio Oslo

gekommen war.  Erläuterungen zum neu eingeschobenen Vortrag am 14. Januar

2025 im ASH, bitte hier klicken:

https://www.ashbonn.de/index.php?vid=2971&tag=13&monat=01&jahr=2025&id=3&alle=

 

Albert Schweitzer war aus rührenden idealistischen Gründen im Jahr 1961 bereit,

unserem gemeinützigen Verein und Haus seinen Namen zu geben. Er legte dabei 

Wert darauf, dass Inhalte gepflegt und gefördert werden, welche im Sinne seines

bekannten humanitären Mottos: „Ehrfurcht vor dem Leben“ stehen, sowie einer

Universalität in der Wahrheitssuche.  

Die Lebensphilosophie von Albert Schweitzer basierte auf seinen Erfahrungen und

einem selbstlosen Engagement im Dienste der Menschheit in Denken und

Handeln. Für seine humanitären Bemühungen erhielt er 1952 den Friedensnobel-

preis.

Er ist im Grunde so etwas wie der erste richtungsweisende Ethik-Lehrer für das

Albert-Schweitzer-Haus, wobei seine Lehrinhalte allerdings ganz anders als von

einem spirituelleLehrer (auf Sanskrit: „Guru“ = „Der von der Dunkelheit ins Licht

führt“) erwartet sind: Seine Leitideen waren ganz des Herzens. Es ging ihm um

die unmittelbare Umsetzung des Guten in die Tat. Es ging ihm um tiefes Mitgefühl 

und engagiertes Erbarmen mit Allen, die leiden. Gemäß devon Albert Schweitzer

geprägten Idealen, ist es auch ein Ziel des Albert-Schweitzer-Haus Leben zu

bewahren, zu fördern und gemäß dem jeweiligen Sein zu unterstützen, sowie 

geistiges anwendbares Wissen und Weisheit in undogmatischer, universeller Form

anzubieten. 

 

Der einfachste Weg etwas über Albert Schweitzer zu erfahren, wäre natürlich erst

mal seine Biographie zur Kenntnis zu nehmen, darin erkennt man seinen

unermüdlichen Einsatz zugunsten leidender Menschen.

(Dies ist z.B. möglich, wenn man auf folgenden Link klickt, das lohnt sich):

 

https://de.wikipedia.org/wiki/Albert_Schweitzer

 

Sehr treffend beschrieMichael Esser in einem Aufsatz das Wirken A.S. in Afrika 

(M. Esser übernahm nach dem Tod der Gründerin von Emma Schubmehl 1984

über  20 Jahre lang die Verantwortung für den Verein Albert-Schweitzer-Haus 

und befasste sich daher intensiv mit dem Wirken von Albert Schweitzer):

Liebe Freunde, vor 78 Jahren (verfasst von M.E. 1991) - im April 1913 -

gründete Albert Schweitzer zusammen mit seiner Frau Helene, geb. Bresslau,

im Gabun, dem damaligen Französisch-Äquatorialafrika, sein erstes Urwald-

Krankenhaus.

Mit bescheidenen finanziellen Mitteln errichtete er mit eigener Hand auf dem

Gelände der Pariser Evangelischen Missionsstation bei Lambarene einfache 

Behandlungsräume und Krankenunterkünfte.

Die kriegerischen Ereignisse 1917 zwangen Schweitzer zur Aufgabe seines

Spitals. Nach Internierung durch die Franzosen (Elsaß, wo er geboren war,

gehörte damals zu Deutschland) und schwerer Erkrankung konnte er in den

Jahren 1924/25 den Wieder-aufbau des Krankenhauses in Angriff nehmen.

Weltweite Orgelkonzerte- und Vortragsreisen - vor allem durch Vermittlung

des schwedischen Bischofs Söderblom - hatten die finanziellen Gundlagen

dafür geschaffen.

Schwere Hungersnot und Epidemien zwangen Schweitzer schon bald, das

Spital auf ein grösseres Gelände zu verlegen.

So entstand Anfang 1927 etwa drei Kilometer aufwärts am Ogowe das neue

Spitaldorf.

Aus den ersten Jahren seiner aufopferungs- und entbehrungsvollen Tätigkeit

berichtet Albert Schweitzer in seinem Buch „zwischen Wasser und Urwald“:

In Afrika ist das grausige Sterben an einem eingeklemmten Leistenbruch leider

etwas Gewöhnliches. Schon als Kind kann ein Afrikaner erleben, dass ein Mann

sich tagelang heulend im Sande der Hütte wälzte, bis der Tod als Erlöser kam.

Kaum fühlt sich also ein Mann, dass sein Leistenbruch eingeklemmt ist - Hernien

sind bei Frauenviel seltener als bei Männern - , so fleht er die Seinen an, ihn ins

Kanu zu legen und zu mir zu führen.

Wie meine Gefühle beschreiben, wenn solch ein armer gebracht wird ! Ich bin der

einzige, der hier helfen kann, auf hunderte von Kilometern. Weil ich hier bin, weil

meine Freunde mir die Mittel geben, ist er wie die, die in demselben Falle vor ihm

kamen und nach ihm kommen werden, zu retten, während er anders der Qual

verfallen wäre. Ich rede nicht davon, dass ich ihm das Leben retten kann, sterben

müssen wir alle. Aber dass ich die Tage der Qual von ihm nehmen darf, das ist es

was ich als die große, immer neue Gnade empfinde.

Der Schmerz ist ein furchtbarerer Herr als der Tod. So lege ich  dem jammernden

Menschen die Hand auf die Stirne und sage ihm: „Sei ruhig. In einer Stunde

wirst du schlafen, und wenn du wieder erwachst, ist kein Schmerz mehr.“

Darauf bekommt er eine subkutane Injektion, von Pantopon. Die Frau Doktor wird

ins Spital gerufen und bereitet mit Josef alles zur Operation vor. Bei der Operation

übernimmt sie die Narkose. Joseph, mit langen Gummihandschuhen, fungiert als

Assistent. Die Operation ist vorüber. Unter der dunklen Schlaf-Baracke überwache

ich das Aufwachen des Patienten. Kaum ist er bei Besinnung, so schaut er erstaunt

umher und wiederholt fort und  fort: „Ich habe ja nicht mehr weh, Ich habe ja nicht

mehr weh“. Seine Hand sucht die meine und will sie nicht mehr loslassen.

Dann fange ich an, ihm und denen, die dabei sitzen, zu erzählen, dass es der Herr

Jesus ist, der dem Doktor und seiner Frau geboten hat, hier an den Ogowe zu

kommen, und dass weiße Menschen in Europa uns die Mittel geben, um hier für

die Kranken zu leben. Nun muß ich auf die Fragen, wer jene Menschen sind, wo

sie wohnen, woher sie wisse, dass die Eingeborenen so viel unter Krankheiten leiden,

Antwort geben. Durch die Kaffeesträucher hindurch scheint die afrikanische Sonne in

die dunkle Hütte. Wir aber, Schwarz und Weiß, sitzen untereinander und erleben es:

„Ihr aber seid alle Brüder.“

Ach könnten die gebenden Freunde in Europa in einer solchen Stunde, dabei sein…!

Heute werden in Lambarene jährlich etwa 30 000 Menschen behandelt, und das Spital

braucht mehr denn je unsere Hilfe, denn der Staat Gabon, auf dessen Territorium das

Spital liegrm kann zum Unterhalt nur wenig beitragen. Deshalb fühlen wir uns zum

Helfen aufgerufen.“

 

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